Weihnachtsbräuche 2011

Weihnachtsbräuche

Wenns früh dunkel wird und in manchen Fenstern Kerzen leuchten, wenn heißer Tee und Glühwein Herz und Körper erwärmen und wir uns in wohltemperierten Stuben sehr wohl fühlen, dann ist die Advent und Weihnachtszeit da.

Christkindlmarkt

Ein sehr beliebtes Erscheinungsbild dieser Phase im Jahr sind die Christkindlmärkte. Es gibt sie schon seit dem 14. Jahrhundert. Damals versuchten Handwerker, Zuckerbäcker und Spielzeughersteller, ihre Produkte zu verkaufen. Irgendwann kamen sie auf die Idee, die Stadtregenten um Erlaubnis zu fragen, auf den Marktplätzen Stände errichten zu dürfen. Und heute? Wo früher in kleinerem Rahmen Selbstgebasteltes verkauft wurde, stehen heute auf zentralen Markt-und Stadtplätzen kleine Holzhäuser in großer Zahl. Weihnachtschmuck, Lebkuchen, Kerzen, Musikinstrumente, Puppen… es gibt auf den Weihnachtsmärkten alles, was auch nur im Geringsten zur Adventszeit passt.

Der Nürnberger und der Münchner Christkindlmarkt sind im deutschen Sprachraum wohl die bekanntesten ihrer Art. In vielen österreichischen Hauptstädten wie z.B. Salzburg, oder in jeder größeren Stadt Südtirols wie Bozen (im Bild), Brixen, Sterzing usw., gehört der Weihnachts- oder Christkindlmarkt seit Jahren zur Advents-und Weihnachtszeit.

Zelten

Weihnachtsgebäck wird überall, in Tirol und Südtirol vor allem auch die Weihnachtszelten, extra für die Feiertage um den 24. Dezember hergestellt. Zwar werden die Zelten nicht mehr oft “händisch” zusammengemischt, aber auch die aus den Konditoreien schmecken sehr interessant. Das aus gedorrten Birnen (Klozen), Feigen, Nüssen und anderen leckeren Sachen produzierte Gebäck wurde in früheren Zeiten auf den Bauernhöfen genau am Tag vor dem Thomastag (dem 22. Detember) hergestellt. Danach wurden die Zelten an Mägde und Knechte verschenkt.

Ein großer Familienzelten wurde in der Bauernfamilie selbst genossen. Verschiedene Brachtümer wie das “Zeltenanschneiden” und das “Zeltennachtragen” an ganz bestimmten Tagen zu ganz bestimmten Zwecken waren damals mit dem besonderen “Weihnachtsschmankerl” verbunden… Heute genießt man nur noch den eigenen Geschmack des Zelten.

Räuchern

Irgendwann in der magischen Weihnachtszeit - in manchen Alpenländern wird am Dreikönigstag oder in der Nacht vorher - das Haus, die Garage und alles was dazugehört, ausgeräuchert, geweiht und die Haustüren mit der Jahreszahl und drei Buchstaben versehen. Das sieht dann so aus: 20+C+M+B+11. Im Volksmund stehen die drei Buchstaben für “Caspar, Melchior und Balthasar”, die Namen der drei Hl. Könige. Die wirkliche Bedeutung jedoch ist “Christus Mansionem Benedicat” was soviel bedeutet wie “Christus segne dieses Haus”. Die Zahlen vorher und nachher ergeben die Jahreszahl des neuen Jahres.

In einer alten Pfanne wird Glut aus dem Herd mit geweihtem Weihrauch bestreut und so jedes Zimmer, auch die Autos und Ställe aufgesucht. Die ganze Familie zieht betend mit, wobei eine Person das Weihwasser verteilt und eine die Schrift auf der Tür erneuert…

Hl. Drei Könige

Ministranten meist, als Hl. drei Könige verkleidet, gehen in der Zeit nach den Weihnachtsfeiertagen mit einer Begleitperson durch die Straßen und bitten um Geld für eine Notsituation in der dritten Welt oder im eigenen Land.

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